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Baustelle Kugelbahn – Schatzkästchen für Team und Veränderungsprozesse METALOG im Interview mit Sonja Lange von Atruvia

Interviewpartnerin: Sonja Lange, Führungskraft und Facilitatorin im SAP-Team bei Atruvia, führt als People Lead (Team & Strategie) gemeinsam mit einem Tribe Lead (Fachliche Leitung) ein Team aus Berater:innen, Entwickler:innen, Produktmanager:innen, Projektleiter:innen und Servicemanager:innen. Die Atruvia AG ist ein Dienstleister für IT-Services.

 

METALOG® training tools: 1 FindMe, 2 Sets SmartMarble

Zeitliche Platzierung im Workshop: zu Beginn

Gruppengröße: 40 Personen

 

METALOG: Mich würde interessieren, was Dich zur Wahl dieser Tools bewegt hat: Was waren Deine Hintergedanken und was waren die Ziele?

 

Sonja Lange: Wir hatten zwei Themen bei diesem Workshop: einerseits das Thema Strategie und andererseits das Thema Team. Ich wollte unser Team stärken, denn wir arbeiten in fünf Sub-Teams häufig für einen Kunden und da sind Absprachen und Koordination unglaublich wichtig. Zudem waren die letzten Monate herausfordernd, denn wir durchlaufen einen strategischen Veränderungsprozess: Wir müssen uns anders aufstellen, um auch weiterhin erfolgreich sein zu können. Manche der Workshop-Teilnehmenden blicken sorgenvoll auf die notwendigen Veränderungen. Und natürlich gibt es sehr unterschiedliche Meinungen dazu, was der beste Weg in die Zukunft ist. Entsprechend war Stimmung emotional aufgeladen. Ich wollte uns mit dem Workshop als Team festigen und einen gemeinsamen Blick darauf werfen, wo die „Baustellen“ sind, bei denen wir besser werden können.

 

Als aufmerksame Leserin des METALOG Produktmagazins bin ich auf SmartMarble gestoßen. Ich kannte das Tool davor nicht, habe aber auch keine Scheu, mit etwas Neuem zu arbeiten. Ich habe mich mit Bastian Karrasch zum Setup beraten und angesichts von 40 Workshop-Teilnehmenden wurde deutlich, dass es sinnvoll ist, mit zwei Sets – also insgesamt vier Kugelbahnen – zu arbeiten. Mit FindMe habe ich dann zum Start noch das Team ganz wild durcheinandergemischt und so Menschen in den Gruppen zusammengestellt, die sonst nichts miteinander zu tun haben. Ich wollte, das auch andere Menschen in Verantwortung gehen als diejenige, die sonst die Sub-Teams im Alltag leiten.

 

 

METALOG: Wie hast du SmartMable für deine Gruppe maßgeschneidert? Welche Regeln gab es?

 

Sonja Lange: Ich habe mir das neue Video angeschaut – übrigens ein sehr cooles Video – und hatte dann vor Augen, wie meine Inszenierung aussehen soll. Da wir bei Atruvia hybrid arbeiten und an drei Standorten sitzen, musste das Setting auch dazu passen: also vier Kugelbahnen in vier Räumen. Jedes Team musste eine Botschafterin oder einen Botschafter benennen, die bzw. der im Alltag nicht in einer Führungsrolle ist. Das war wirklich sehr spannend, wer diese Rolle jeweils übernommen hat. Zusätzlich habe ich noch einen Beobachter mit einem speziellen Beobachtungsfokus benannt. Diese Person sollte sich auf folgende Fragen fokussieren: Was ist leicht/schwer gefallen? Was war erfolgsentscheidend? Wie erlebst du die Teamkonstellation? Das hat sehr gut funktioniert. Am Ende gab dieser Beobachter für jedes der vier Sub-Teams ein separates Feedback, das war superhilfreich bei der Reflexion.

 

 

 

METALOG: Welche Schwierigkeiten hatte die Gruppe zu meistern? Wo musstest du intervenieren bzw. improvisieren?

 

Sonja Lange: Ein paar Schwierigkeiten hatte ich ja erwartet, andere überhaupt nicht! So dachte ich zum Beispiel: „Wir sind ja eine IT-Firma, da sollte so ein Videocall per Handy doch ein Leichtes sein …“ Aber nein, das hat erst mal eine halbe Ewigkeit gedauert (lacht). Außerdem musste ich am Ende improvisieren und meiner Trainerinnen-Intuition folgen, als ich merkte, dass sich ein Team mit seinem Modell durchgesetzt hat und die anderen mehr Unterstützung brauchen, weil sie es sonst nicht schaffen. Das eine Team war also quasi fertig. Deswegen habe ich drei Personen aus diesem Team die Aufgabe gegeben, den anderen drei Teams zu helfen, ihre Kugelbahnen fertig zu bekommen – ohne Visualisierungshilfen, also nur durch verbales Erklären. Außerdem habe ich dann noch „Supervisor:innen“ herumgeschickt, die haben dann das Ganze gerockt. Nach 75 Minuten war alles fertig.

 

 

METALOG: Was hat dich überrascht?

 

Sonja Lange: Am beeindruckendsten war für mich dieser Schmerz, als die Gruppen ihre eigenen Entwürfe wieder abbauen mussten. Denn es war ja klar: Alle vier Modelle müssen baugleich sein!

 

 

 

 

METALOG: Wie hast du den Prozess reflektiert?

 

Sonja Lange: Zuerst habe ich die Perspektiven der einzelnen Teams sprechen lassen. Dann die Perspektiven der Botschafter:innen und dann das Feedback der beobachtenden Person. Auf dieser Grundlage haben wir dann als Team reflektiert, was wir aus den Erfahrungen lernen und mit in den Alltag nehmen können.

 

Die wichtigsten Erkenntnisse waren:

  • Eine schnelle und die erstbeste Lösung ist nicht immer die beste Lösung
  • Es lohnt sich, achtsam zu schauen, wer welche Kompetenz hat, und nicht danach auszusuchen, wer gerade Zeit hat und sich am wenigsten wehrt
  • Alle Meinungen werden akzeptiert
  • Jedes Sub-Team schafft eine funktionierende Lösung; wir schauen dann, was ist die beste Lösung für alle Sub-Teams ist
  • 80 % haben gereicht, Perfektionismus bringt mehr Chaos als Nutzen
  • Perspektivwechsel sind hilfreich und bringen Mehrwert

 

METALOG: Dein Fazit?

 

Sonja Lange: Die beiden Tools stehen nach dieser Erfahrung in meiner Bestenliste jetzt ganz weit oben! SmartMarble eignet sich sehr gut für Teams mit Unterstrukturen oder Veränderungs- und Koordinationsthemen.

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