20 Jahre METALOG® training tools – vom „Ein-Mann-Keller-Betrieb“ zum international vernetzten Ideengeber für Lernkultur

Daniela und Tobias Voss

 

Die Vorgeschichte
Wir, Tobias und Daniela Voss, gründeten 1997 das „METALOG Institut für Kommunikationskunst“. Neben unseren offenen Kursen zu den Themen Kommunikations- und Persönlichkeitsentwicklung entwickelten wir auch Seminardesigns für Kunden in der Airline- und Automobilbranche. Hierfür entwarfen wir spezielle Übungen – die Vorläufer der späteren METALOG® training tools –, um bestimmte Inhalte zu transportieren oder Stimmungen zu erzeugen. Erwin Voss, Danielas Vater, ging uns dabei von Anfang an zur Hand und übernahm das technische Design und die Herstellung.

 

Der Anfang – 2002
Nach ungefähr fünf Jahren merkten wir, dass es unter den Trainerkolleg:innen eine deutliche und steigende Nachfrage nach den von uns entwickelten „Übungen“ gab: Es wurde immer deutlicher, dass Trainer:innen Entwicklung und Lernen bei ihren Teilnehmenden anregen wollen, dieser Prozess jedoch im Menschen selbst stattfindet. Für Trainer:innen bedeutet das, dass die Präsentation, die die Gruppe zu einem Lernprozess einlädt, sehr viel leisten muss: Perspektivenwechsel, Emotionen, Bewusstsein für ein Thema, Aha-Erlebnisse und vieles mehr. Klar zeigte sich, dass sich all das wesentlich leichter und gleichzeitig wirkungsvoller erreichen lässt, wenn Lernprojekte dafür eingesetzt werden. Denn auf diese Weise läuft bei jedem und jeder Einzelnen der Lernvorgang durch ein Eintauchen in eine authentische Lernsituation wie von selbst ab. Gleichzeitig wird die Gruppe aktiviert und durch eine:n Trainer:in unterstützt, dessen oder deren Moderationsstil vom geschickten Fragenstellen und Beteiligen der Teilnehmenden geprägt ist.
Im ersten Jahrzehnt des neuen Millenniums bewiesen dann auch noch Neurobiologie und Gehirnforschung, wie wichtig die Einbindung des gesamten Körpers beim Lernvorgang ist. Solchermaßen bestätigt und motiviert, entschloss sich das Gründer:innenteam von METALOG, das Angebot der training tools zu erweitern: Mit einer Auswahl von jetzt fünf Produkten (SysTeam®, Team², Das Band, Verflixte Schlinge, Leonardo’s Bridge) gingen wir auf den Markt. Ging eine Bestellung ein, wurde das Produkt von Erwin im Keller seines Hauses von Hand hergestellt und dann versandt. Kurze Zeit später wählten wir die Caritas Werkstatt in Fürstenfeldbruck zur eigentlichen Produktionsstätte für die Tools. Weitere Behindertenwerkstätten in Pocking, Dachau und München sollten folgen.

 

Behindertenwerkstätten als Produktionspartner
Bis heute werden die METALOG training tools von Hand in Behindertenwerkstätten hergestellt, bevor sie in unser Lager am Firmensitz in Olching im Nordwesten von München transportiert und von dort in die ganze Welt versandt werden.

 

Vom Spiel zur Intervention
Durch unsere Tools können die neuesten Erkenntnisse der Neurobiologie des Lernens und systemische Vorgehensweisen ganz einfach in die Arbeit mit kleinen, großen und sehr großen Gruppen integriert werden. So wurden METALOG training tools zum ernstzunehmenden Repertoire von Coaches, Trainer:innen und Berater:innen zahlreicher großer Firmen und vieler Selbstständiger – und die Firma wuchs weiter. Die beliebten Workshops zu den Tools entwickelten sich zu wahren Netzwerktreffen von Trainer:innen. Es sprach sich herum, dass es dort auch über die gezeigten Materialien hinaus so einiges an handfesten Ideen und Arbeitsmethoden mitzunehmen gibt.

 

Die Trainer:innenausbildung
Über die Jahre hinweg etablierte sich auch unsere zwölftägige EOL®-Trainer:innenausbildung: Jährlich finden zwei bis drei offene Kurse und zahlreiche maßgeschneiderte Inhouse-Zertifizierungen statt. Der als Zusatzausbildung für Trainer:innen konzipierte Kurs ist quasi die Ausbildung zur METALOG Methode. Wer also sein Know-how bezüglich Erfahrungsorientierter Lernmethoden (EOL®) ausbauen möchte, dem sei die Lernreise ans Herz gelegt. In dreimal vier Tagen Ausbildung lernen die Teilnehmer:innen nicht nur Essentials zum Einsatz von Interaktionsaufgaben, sondern bekommen einen weiten Überblick darüber, was alles didaktisch in diesem Bereich möglich ist – denn die Ausbildungsinhalte gehen weit über die METALOG Tools hinaus (siehe unter „ausführliche Seminarbeschreibung“ auf www.metalog.de/train-the-trainer).

 

International
Motiviert durch die steigende Nachfrage aus dem Ausland, kooperierte METALOG zunächst mit Partnern in der Schweiz und Österreich. Später kamen Niederlassungen und Vertriebspartner in Großbritannien, der Türkei, Italien, Spanien, den Niederlanden und sogar in Japan und Indien, Singapur und Hongkong dazu. Wenn Sie neugierig sind, dann werfen Sie doch einmal einen Blick auf learningtorque.com oder metalogtools.asia, um zu sehen, wie METALOG auf der anderen Seite des Erdballs interpretiert wird.

 

Veröffentlichungen
2011 erschien das erste Buch, „Die METALOG Methode“. Es beschreibt den lösungsorientierten und systemischen Geist hinter den METALOG training tools und gibt bis heute vielen in der Branche eine Orientierung zur Arbeitsweise mit Interaktionsaufgaben.
2016 gaben wir „Genug geredet! METALOG training tools in Schule, Jugendarbeit und Familienberatung“ heraus. Hier präsentieren wir Praxisbeispiele speziell aus dem pädagogischen und therapeutischen Umfeld, die einmal mehr die Relevanz von Interaktionsaufgaben für echtes Lernen und Entwickeln auch im Bereich sozialer Kompetenzen unterstreichen.
In der Pandemiezeit 2020 bis 2022 entstand dann das druckfrische „METALOG FieldBook“ – eine Sammlung herausragender Case Studies aus den unterschiedlichsten Bereichen: Hier finden Sie Praxisberichte aus Business, Schule, öffentlicher Verwaltung, Kirche, Sozialarbeit u. v. a. m. Die 51 Co-Autor:innen stammen aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien, Indien, Costa Rica und der Türkei. Die internationale Herkunft der Co-Autor:innen spiegelt die mannigfaltigen landes- und organisationskulturellen Kontexte wieder, in denen die Tools zum Einsatz kommen.

 

Inzwischen …
Niemand ahnte 2002, dass sich die Idee des „echten Lernens“ in diesem Maße in Training und Coaching, aber auch in Aus- und Weiterbildung durchsetzen würde. Tools wie der Tower of Power, die EmotionCards oder SysTeam sind inzwischen echte „Branchenklassiker“ und fester Bestandteil der didaktischen Werkzeugkisten zahlreicher Dozent:innen, Trainer:innen, Professor:innen und vieler anderer Fans. Und auch aus den Fort- und Weiterbildungsprogrammen großer Konzerne sind die METALOG training tools längst nicht mehr wegzudenken.
Eines unserer Ziele, mit dem wir ehemals an den Start gegangen waren, war, die Lernkultur und die Art zu trainieren zu verändern, indem wir sie mithilfe unserer Tools und der EOL®– Methode nachhaltig und wirksam gestalten. Heute glauben wir, dass wir mit der Entwicklung immer neuer METALOG training tools tatsächlich zu dieser Veränderung beitragen konnten und können. METALOG international weiterzuentwickeln war ein weiteres Ziel, mit dem wir ebenfalls solide Fortschritte erzielen konnten. Und last but not least sind wir immer noch fest davon überzeugt, dass unser Ansatz, als Social Entrepreneurs auf dem Markt zu agieren, eine gute Entscheidung war – auf die wir nach wie vor stolz sind.

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